Die Blumenfabrik

Ein modernes Werk

Der Komplex des Historischen Werks, dessen Fläche für die Parfum- und Seifenproduktion nicht länger ausreichte, ist 1986 durch die im Süden von Grasse liegende „Blumenfabrik“ erweitert worden. Die besonders funktionelle Anlage arbeitet mit hochmodernen Produktionsmitteln und lädt Besucher ein, die wichtigsten Etappen zur Herstellung eines Parfums im Rahmen eines Rundgangs zu entdecken.

Bei der Besichtigung der Konditionierungs-Werkhallen können Besucher erleben, wie Duftprodukte in raffinierte Endprodukte umgewandelt werden, die Liebhabern zum Verkauf angeboten werden. Das Werk umfasst zusätzlich zu den Produktionslinien das Labor, wo die Rohmaterialien nach ihrer Analyse gemischt werden, um die Konzentrate der zukünftigen Parfums zu erhalten.

Die Herstellungstechniken

In diesem Raum sind die zur Wasserdampfdestillation dienenden Alambiks ausgestellt. Hierbei handelt es sich um ein sehr altes und noch heute weit verbreitetes Verfahren zur Extraktion ätherischer Öle. Diese seit der Antike bekannte Technik ist von der arabischen Zivilisation ab dem 8. Jahrhundert perfektioniert worden und stellt bis heute eine der bedeutendsten Techniken in der traditionellen Parfumerie dar.

Die „Enfleurage à chaud“, auch Mazeration genannt, ist ein Verfahren, bei dem man Blüten in zuvor erhitztes Fett rührt und infusieren lässt. Die ab der Antike benutzte Technik ist im Laufe der Jahrhunderte verfeinert worden.

Die „Enfleurage à froid“ ist für empfindlichere Blüten entwickelt worden, wie zum Beispiel Jasmin oder Narzissen, die eine Erwärmung nicht vertragen würden. Das in der Gegend von Grasse bis zum Ende der 1950er-Jahre weit verbreitete Verfahren besteht darin, Glasplatten mit einer geruchslosen Fettschicht zu bestreichen und die Blüten anschließend vorsichtig darauf zu streuen. Dieser Vorgang ist heute durch moderne Techniken abgelöst worden, wie zum Beispiel die Extraktion mit flüchtigen Lösungsmitteln oder die Extraktion mit überkritischem Kohlendioxid.

Das Labor

Das Labor, Mittelpunkt des Werks, bildet den Ausgangspunkt aller Produktionen. Hier werden die Rohstoffe mit minutiöser minuziös Genauigkeit gewogen und anschließend gemischt, um ein Konzentrat zu bilden, das danach an das Historische Werk im Zentrum von Grasse transportiert und dort in die Mazerations-Behälter geschüttet wird.

Das Labor ist zugleich der Ort, wo alle für die Zusammensetzung der Parfums und seiner Derivate benötigten Rohmaterialien kontrolliert werden. Diese Qualitätskontrolle ist unerlässlich, um für eine konstante Herstellung der Fragonard-Duftprodukte zu garantieren.

Die Parfums bestehen heutzutage aus einer Vielzahl unterschiedlicher Rohstoffe. Ein Parfum kann zwischen zwanzig und mehr als hundert verschiedene Bestandteile haben. Die Rohstoffe, die sich früher auf einige wenige natürliche Elemente pflanzlichen oder tierischen Ursprungs beschränkt haben, werden heutzutage durch Syntheseprodukte ergänzt. Diese Diversifizierung bietet viele Vorteile: ein weitaus breiteres Spektrum an Duftnoten, Konstanz der Produkte, Antwort auf Vorgaben im Bereich von Ökologie und Allergien.

Die Duftorgel des Parfumeurs

Die Parfumerie weist große Ähnlichkeit mit der Musik auf. Genau wie ein Musiker komponiert der Parfumeur seine Parfums vor einer Orgel, ein Möbel, auf dem sich sämtliche Flakons mit Essenzen befinden, die er für seine Komposition benötigt. Ein Parfum besteht aus einem Akkord, der eine Kombination mehrerer Duftnoten umfasst (holzige Noten, Chypre-Akkord, blumige Duftnoten). Jahrelange Forschungsarbeit kann für die Konzeption eines Parfums notwendig sein.

Der Konditionierungsraum

In dieser Werkhalle werden die Eaux de Toilette auf traditionelle Art in Flakons abgefüllt und mit Etiketten ausgestattet. Es handelt sich um eine halbautomatische Konditionierungsanlage. Jedes Produkt wird einzeln an mehreren Herstellungsschritten kontrolliert, um für die Qualität der Produktion zu garantieren.

Die leeren Flakons werden an der Konditionierungsanlage in Becher platziert und bis zur Abfüllstation befördert. Die Pumpe wird manuell eingesetzt und verschraubt. Die Flakons werden am Flaschenboden zur Rückverfolgbarkeit im Tintenstrahldruck-Verfahren kodiert und anschließend maschinell mit Etiketten versehen. Sie werden am Ende der Kette von Bedienpersonal einer Qualitätskontrolle unterzogen.

Die Seifenproduktion

Außer dem Labor und der Montagelinie verfügt die Blumenfabrik ebenfalls über ihr eigenes Seifen-Atelier, das mit einer halbautomatischen Presse ausgestattet ist. Hier werden die bekannten Fragonard-Seifen in Kieselform produziert.

Der Parfumpflanzen-Garten

Die „Blumenfabrik“ verdankt ihren Namen einem hübschen Garten mit Parfumpflanzen, von dem sie umgeben ist. In diesem Garten kann man eine große Pflanzenvielfalt und vor allem aber die wichtigsten Parfumpflanzen bewundern, die Grasse so berühmt gemacht haben. Es handelt sich hierbei selbstredend um die Provence-Rose (Rosa centifolia), den Jasmin (Jasminum grandi orum) und die Tuberose.

Die Boutique

Die Besichtigung endet im Verkaufsraum, wo sämtliche Produkte der Parfumerie Fragonard an Verkaufstresen präsentiert sind: Parfums, Eaux de Toilette, Seifen, Kerzen, Diffuser und aber auch Kosmetika, Duschgels und Geschenksets, usw.

Das Produktangebot von Fragonard ist besonders umfangreich und vielfältig: blumige und fruchtige Duftnoten, Chypre-Akkorde, holzige oder orientalische Noten. Die Besichtigung wird hierdurch auf besonders schöne Art verlängert, indem Besucher die diversen Duftfamilien entdecken und jeder das Parfum finden kann, das auf seine Persönlichkeit, seinen Geschmack und seine Wünsche zugeschnitten ist.

Praktische Informationen

  • Zugang

    Les 4 chemins, 17 route de Cannes – 06130 Grasse
    Parkplatz auf dem Werksgelände